„In der Nacht vom 2. auf 3. April grub das Regiment sich ein, am Morgen des
3. April erfolgte ein feindlicher Angriff, die Franzosen wurden wieder mit
blutigen Köpfen heimgeschickt, trotzdem beim Regiment die verschiedenen
Kompagnien sehr durchein-ander gekommen waren. Ein Ordnen der Verbände nach dem
Waldkampf war in der Nacht unmöglich gewesen. Nach diesem Mißerfolg versuchten
es die Franzosen mit Artillerievorbereitung.
Das Regiment hatte die vier am meisten mitgenommenen Kompagnien
herausgezogen, um in den unterstandslosen Schützengräben unnötige Verluste zu
vermeiden. Sie stan-den in den Steinbrüchen in Reserve, zum Gegenstoß bereit;
Nacht für Nacht aber trugen sie Essen, Munition, vor allem aber Getränke in die
vorderen Linien vor.
Zum Gegenstoß kamen sie nicht, denn die Kameraden vorne, tapfer und brav,
wiesen trotz dreistündiger Artillerievorbereitung Angriff um Angriff selbst und
allein ab, bis dem Feind die Lust dazu verging.
Die Stellung des Regiments im Caillettewald war keine planmäßig angelegte,
sondern so, wie sie eben im nächtlichen Dunkel sich gestaltet hatte. An einem
Punkt stand vor der Front ein M.-G., die Schützen sahen, wie der Feind zum
Angriff aufbaute, ihnen aber war das Wasser ausgegangen. In dieser Not nahm ein
Schütze den Wassereimer, kroch damit umher, ringsum von Mann zu Mann, und ließ
jeden Kameraden in den Eimer urinieren. Mit Urin im Laufmantel wies das M.-G.
den nächsten Angriff ab.“
aus:
„Das Württembergische Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 120 im Weltkrieg
1914–1918“, Stuttgart 1920
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