Donnerstag, 8. Januar 2026

8. Januar 1926

 


Johannes Köberle Hafner und Ofensetzer in Eßlingen am Neckar und Familienvater von drei Kindern hatte in den Jahren 1901 bis 1903 beim Infanterie-Regiment 169 gedient, hatte an zwei Reserveübungen teilgenommen und wurde als gedienter Landwehrmann bei Mobilmachung am 6. Januar 1914 zum Landwehr-Infanterie-Regiment 122 eingezogen. Das Regiment rückte unmittelbar nach Aufstellung nach Lothringen aus und verblieb während der der gesamten Zugehörigkeit von Johannes Köberle dort und im Raum nördlich Verdun.

Am 31. Januar 1917  Kam Johannes Köberle krankheitshalber ins Lazarett. Er wurde am 12. März 1917 der Genesenden Kompagnie im Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments 122 zugeteilt und kam von dort am 4. Juni 1917 zum Landsturm-Infanterie-Ersatz-Bataillon 23./XIII. Am 18. Juni 1917 wurde er zur kriegswichtigen Arbeitsleistung entlassen. 

Am 21. November 1917 wieder eingezogen zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 246 zog Köberle am 14. Juni 1917 zum Infanterie-Regiment 127, da in Stellungskämpfen vor Reims lag, ins Feld. Mit diesem Regiment nahm er an den Kämpfer vor Reims und Verdun, an der Frühjahrsoffensive in Frankreich und den Rückzugskämpfen vor der Antwerpen–Maas-Stellung teil. 

Nach dem Waffenstillstand folgte die Räumung des besetzten Gebietes und der Rückmarsch zu Fuß bis in den Raum Vogelsberg in Hessen. Köberle wurde als älterer Jahrgang vor dem Heimtransport des Regiments aus dem Versammlungsbereich am 15. Dezember 1918 in die Heimat entlassen. Er erholte sich nicht mehr von den Strapazen des Krieges und verstarb am 8. Januar 1926 im Krankenhaus in Cannstatt.

Dienstag, 30. Dezember 2025

30. Dezember 1925

 


Gerhard Döbeling, verheirateter Zimmermaler in Stuttgart, hatte seinen Wehrdienst in den Jahren 1908 bis 1910 beim Infanterie-Regiment 124 abgeleistet. Als gedienter Reservist wurde er am 4. August 1914 zum Infanterie-Regiment Nr. 126 nach Straßburg im Elsaß eingezogen und zog mit diesem nach kurzem Bahnschutz südlich Straßburg an die in unmittelbarer Nähe liegende Front bei Mülhausen im Elsaß. Sein Einsatz war nur von kurzer Dauer. Er wurde am 10. August 1914 bei Sennheim durch ein Gewehr-Geschoß am linken Arm verwundet. Nach der ersten Feuertaufe in der Schlacht bei Mülhausen zählte das Regiment 40 tote, 207 verwundete und 71 vermißte Unteroffiziere und Mannschaften. Zu den Vermißten gehörte auch Gerhard Döbeling. Er war verwundet in französische Gefangenschaft geraten.

Gerhard Döbeling erkrankte in Gefangenschaft auf Grund seiner durch die Verwundung bereits ange-schlagenen körperlichen Konstitution zusätzlich an Bronchitis. Er wurde deshalb aus der Gefangen-schaft entlassen, am 26. Dezember 1916 in Davos-Platz in der Schweiz interniert und am 10. Juni 1917 über die Austauschstation Konstanz ausgetauscht. In Konstanz eingetroffen, wurde Döbeling direkt ins dortige Reserve-Lazarett eingeliefert. Nach dem Lazarettaufenthalt kehrte er zur Entlassung zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 126 zurück.

Gerhard Döbeling genas nicht mehr vollständig von der in der Gefangenschaft zugezogenen. Erkran-kung, Er verstarb am 30. Dezember 1925 in seiner Wohnung in Stuttgart-Galbenberg.

Mittwoch, 15. Oktober 2025

15. Oktober 1925

 


Wilhelm Kober, lediger Zinngießer aus Eßlingen am Neckar wurde am 15. Oktober 1913 als Rekrut eingezogen. Zu Kriegsbeginn bereits aktiv beim Heer, rückte er am 8. August 1914 mit dem Feld-regiment an die Front im Oberelsaß, wo er am 28. August 1914 bei Saint Benôit durch euin Gewehr-Geschoß am Rücken verwundet wurde. Nach seiner Wiederherstellung in Lazaretten  in Saarburg, Straß-burg und Mannheim kam er am 20. Oktober 1914 zur vollständigen Genesung zum Ersatz-Bataillon seines Regiments.

Am 1. Dezember 1914 zu seinem Regiment, das in Stellungskämpfen vor Ypern lag, zurück. Hier wurde er am 9. August 1915 durch einen Granatsplitter am rechten Fuß verwundet. Er verlor zwei Zehen. Die Regimentsgeschichte berichtet von diesem Tag:

Jede Verständigung durch Telephon ist ausgeschlossen, denn während die braven Fernsprecher an einer Stelle flicken, wird der Draht an unzähligen anderen Stellen wieder zerschossen. Nur unter Aufwendung größter Energie ist es möglich, durch Patrouillenoffiziere und Meldegänger die Lage zu klären. ( ... ) Die vordere Linie ist vollkommen eingeebnet, die den Trichter nach Osten und Nordosten umschließende Deimlingstellung unhaltbar und die Minenwerfer am Bellewaardeteich, die den Gegenangriff in erster Linie vorzubereiten haben, sind ohne Munition. Persönlich führt der Regimentskommandeur seine führerlos gewordene 8. Kompagnie im schwersten Feuer zur Deimlingstellung vor, die als Ausfallstellung für den Gegenangriff gedacht ist. Mann für Mann läßt er am Eingang zum Deimlingsgraben an sich vorbeiziehen, hier mit Worten der Ermutigung an noch kriegsungewohnte, dort mit Worten der Anerkennung an kriegs-erprobte und ausgezeichnete Mannschaften und Unterführer, und gleichzeitig drückt er jedem noch Handgranaten aus dortstehenden Munitionskisten in die Hand, während ununterbrochen ein Eisenhagel über den Graben hinwegfegt.“

Bilder: „Infanterie-Regiment 126 im Weltkrieg“, Stuttgart 1929


Wilhelm Kober wurde nach seiner Verwundung ins Lazarett in Cambrai eingeliefert. Nach Behandlung in Lazaretten in Gent, Brüssel und Friedberg in Hessen kehrte er am 14. Oktober 1915 zum Ersatz-Bataillon zurück. Nicht mehr marsch- aber arbeitsfähig folgte am 7. Februar 1916 seine Entlassung zur Arbeitsaufnahme bei der Firma Eberspächer in Eßlingen am Neckar. Er verstarb am 15. Oktober 1925 in seinem Heimatort an den Folgen des Krieges.